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1862

Einer Violinspielerin

Hermann von Lingg

Heimlich schlägt dein zartes Herz Durch den Zauber deiner Töne, Suchend, wie es jeden Schmerz In des Hörers Brust versöhne.

Alle Lust und alles Ach Rufst du auch in meiner wach. An der Menschen Felsenbrust, In der Nächte bangen Stunden

Weinst du deiner Saiten Lust; Was ich je als schön empfunden, Was ich sehnlichst je begehrt, Alles, alles bist du wert!

Was gepriesen und besungen, Was geliebt ward und gelobt, Wofür je ein Lied erklungen, Wofür je mein Blut getobt,

Jede Huldigung nimm hin, Zarte kleine Zauberin!

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