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1862

7.

Hermann von Lingg

Verstummt sind nun die Wogen, Die lärmend uns getrennt, Die Wolken sind verzogen, Rein strahlt das Firmament,

Und wie in jenen Räumen Wird's hier im Busen still, Ich kann jetzt wieder träumen Und denken, was ich will.

Ich denk' an dich! Dein Wesen Tritt lächelnd auf mich zu. Was hat dich mir erlesen, Du seltsam Rätsel du?

Du seltne Blume, sage, Wie kamest du herein In meiner armen Tage Verspäteten Sonnenschein?

Ich denk' an dich! Der Flieder Vom Garten duftet her, Die Blüten dunkeln nieder, Von Wohlgerüchen schwer.

Was war, ist weggeschwunden, Was trüb und düster war; Es blühn der Liebe Stunden Im Äther hell und klar.

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