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1862

31.

Hermann von Lingg

Erblick' ich sie mit Schmuck und Ziergehenken Im falschen Haar beim falschen Kerzenschimmer, Die stolzen Damen all', so muß ich immer An dich, mein einsam Kind, mit Wehmut denken.

Wie du mit nichts prangtst, als mit den Geschenken, Die die Natur dir gab, wie du im Zimmer Allein jetzt weilst bei deiner Lampe Schimmer Und sich in Wehmut deine Blicke senken.

Wenn ich das denk', wird seltsam mir zu Mute. Ich möcht' am Weg wich wie ein Bettler setzen In Nacht und Frost, als käm' das dir zu gute; Als könnte Leid an mir es dir ersetzen.

O fühl's, daß ich für dich im stillen blute, Daß Tränen mir um dich das Auge netzen!

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31. · Hermann von Lingg · Poetry Cove