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1862

24.

Hermann von Lingg

Spät noch, wenn schon längst verklungen Alle Saiten am Klavier, Zittert noch, was du gesungen, Durch die tiefste Seele mir;

Führt mich über Meeresweiten, Söhnt mich aus mit dem Geschick Und verknüpft mir alle Zeiten Mit dem schönsten Augenblick.

Ja, noch mit der tiefen Wunde, Die dein ernstes Wort mir schlug, Preis' ich ewig hoch die Stunde, Die dich mir entgegentrug.

Frevel wär' es, mehr zu sagen, Doch es kühlt die bange Glut, Daß wir auch noch im Entsagen Uns verstehn – ach, gar zu gut!

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