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1862

18. Völkerwanderung

Hermann von Lingg

Doch wenn ein Rom den Erdenkreis erschüttert, Indem es stürzt, wenn durch die finstern Zeiten Ein Bahrtuch über die Gefallnen breiten Befreite Völker, deren Joch zersplittert:

Dann dröhnt der Boden, und die Luft erzittert Von kühnen Wanderungen; Riesen streiten, Heroen sieht man und Giganten schreiten Und jenen Werwolf, der das Weltend' wittert.

Noch einmal stehn die Söhne großer Väter Zu Taten auf, noch einmal glüht im Äther Der alten Götter Stern, dann bleich, dann nimmer. Und ein Volk sieht man über alle wandern

Bis zu des fernsten Tages Abendschimmer, Verhöhnt, verhaßt, verfolgt von allen andern.

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