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1862

13. Friedensbild

Hermann von Lingg

Wenn über Eichen Sturm und Donner schnauben, Singt unter Blumen ungestört die Grille; Im Bergtal lebt und webt noch die Idylle, Wenn rings die Länder Krieg und Pest durchrauben.

O sieh, da herrscht noch Sitte, Treu und Glauben; Die Kinder führt ein Patriarchenwille, Der Tag ist Arbeit und die Nacht ist Stille, Am Hausdach nisten Storch und weiße Tauben.

Die Wanduhr pickt, und alles schläft – doch näher Und näher tönt schon Echo von Geschützen, Und durch die Schluchten steigt herauf der Späher. Der Morgen graut – der Greis auf seinen Stützen,

Die Mutter mit dem Kind, der Hirt und Mäher Knie'n im Gebet: „Herr, du wirst uns beschützen!“

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13. Friedensbild · Hermann von Lingg · Poetry Cove