Skip to content
1862

1.

Hermann von Lingg

Am lang verschleierten Gemälde bleichen Die Farben endlich ab, welk wird die Blüte, Die sich umsonst nach Licht und Sonne mühte, Die Kraft versiegt, kann sie nicht Ruhm erreichen.

Trug waren die verhängnisvollen Zeichen! Verzehrt vom Feuer, das mich einst durchglühte, Vom Grab der Hoffnung, das ich tatlos hüte, Holt bald der Tod mich weg wie andre Leichen.

Oft Nachts, wenn alle Pulse heißer kochen, Naht mir ein Geist und flüstert voll Verhöhnung: Titanen nur sind nicht zu unterjochen. Du hast die Wahl: ergib dich in Versöhnung

Dem Allgemeinlos, oder ungebrochen Erhebe selbst die Hand zu deiner Krönung!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
1. · Hermann von Lingg · Poetry Cove