Gestern, da ließ der Professor uns Hehres erhorchen im Hörsaal,
Sprach von Platon, Homer, kündet Apollos Verdienst.
Und es troff ihm die Stirn von heiliger Weihe wie Angstschweiß;
Uns auch tropfte die Stirn, wehe, der Juni war schwül.
„Seht“, so rief er erhaben, „die Griechen, die nenn ich ein Volk noch:
Herrliche Strenge der Form, göttliches Nasengerüst.
Nichts war ihnen bekannt von des Nordens barbarischer Roheit;
Zeus regierte die Welt, flammte vom hohen Olymp.“
Ach, mir dampfte das Hirn, ich befand mich im Brodem des Wüstseins;
Draußen der Sommer so klar, saßen wir dumpfig im Pferch.
Endlich ertönte das Zeichen, wir stürmten hinaus in die Freiheit;
Dick mit der Mappe beschwert, schleppt ich mein Wissen nach Haus.
Dort auf dem Tisch ein Zettel: „Gewartet hab ich vergebens“
Sagte mir deutlich genug: Griechenland war nicht bei mir,
Aber Seffinka war da, mit dem höchst unklassischen Nasloch –
Und nun ist es zu spät; hol dich der Satanas, Zeus!