Einer wunderschönen Jüdin
Saß ich heute gegenüber,
Aus den großen braunen Augen
Klagte scheu Jerusalem.
Eingeschlagen wie zwei Nägel,
Blitzten in den kleinen Ohren
Diamanten reinsten Wassers,
Blitzten lüstern mir ins Herz.
Unausstehlich war ihr Gatte,
Grau, gelangweilt. Zähne stochernd,
Dachte an Prioritäten,
Eifersüchtig schien er auch.
Und ich hob den vollen Römer,
Und ihn an die Lippen setzend,
Fand ich ihre braunen Augen,
Trank ihn aus auf einen Zug:
Haman, Esther, hieß der Unhold,
Der dich einst vernichten wollte,
Haman nenn' ich deinen Gatten,
Ich will Artaxerxes sein.
Haman schaukelte bei Susan
Bald an einem hohen Galgen,
Als den König Artaxerxes
Du verliebt in dich gemacht.
Dein Genosse Haman aber
Soll im Saal am Leuchter hängen,
Und in Artaxerxes Armen
Ruht die schöne Königin.