Skip to content
1911

Der Morgen

Alfred Lichtenstein

... Und alle Straßen liegen glatt und glänzend da. Nur selten hastet über sie ein fester Mann. Ein fesches Mädchen haut sich heftig mit Papa. Ein Bäcker sieht sich mal den schönen Himmel an.

Die tote Sonne hängt an Häusern, breit und dick. Vier fette Weiber quietschen spitz vor einer Bar. Ein Droschkenkutscher fällt und bricht sich das Genick. Und alles ist langweilig hell, gesund und klar.

Ein Herr mit weisen Augen schwebt verrückt, voll Nacht, Ein siecher Gott ... in diesem Bild, das er vergaß, Vielleicht nicht merkte – Murmelt manches. Stirbt. Und lacht. Träumt von Gehirnschlag, Paralyse, Knochenfraß.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Der Morgen · Alfred Lichtenstein · Poetry Cove