Welch eine schöne Kunst Zerstöhrungen zu mahlen Und das wie Herostrat von Idealen? Welch ein Triumph, dem Todten, welcher ringt Ein edler Mensch zu seyn, zu weisen – wie er stinkt
Wie er vom Berg an den er Steine welzet Herab Kopfüber purzelt und zu Staub zerschmelzet. Ein heldenhaft Bemühn! o Lorbeerwerth So lang ein Armer noch die Zahl vermehrt
Zur Ewigkeit der Ewigkeit hinüber. Wer sähe nicht die nackte Wahrheit lieber Als tausend schöne Lügen, die der Geist Allein geheckt und auch allein geneußt?
Die ihm so oft die Wirklichkeit geraubet, Die nur erfreun, so lang er an sie glaubet, Von denen er, wenn er befangen wird, So oft hinab zur Sinnlichkeit verirrt.
Kurzum die nichts sind. Wollt ihr euch bekehren Kommt nur zu mir, ich will euch Wahrheit lehren, Im sinnlichen Genuß ganz aufgelöst – Da fühlt ihr sie, da seht ihr sie entblöst;
Das andre all ist nichts, ist Dunst, sind Träume Und steht nur dazu da, daß es sich reime. O Wahnwitz der die Dichterwelt regiert Und manches schöne Kind durch sie verführt!
O Raserey! die ihr Gehirn verstimmet, Daß oft ihr blitzend Aug in süssen Träumen schwimmet, Daß halbgeöfnet ihr entzückter Mund Dem unsichtbaren Liebsten laut ihr Herz gestund,
Daß ihre Wangen glühn, die schönen Wangen An denen Amors halb verzweifelt hangen Und ihre Hände ringen, daß sie nun In Tränen baden, nicht mehr närrisch thun.
O Schönen hört mir zu, laßt euch entfärben, Ihr seyd betrogen, Liebe ist Verderben. Sie tödtet eure Freuden, sie ist Dunst. Willfahret jedem, gönnet eure Gunst
Dem ersten besten Haushahn auf zwey Beinen – So seyd ihr glücklich, braucht nicht mehr zu weinen; Fühlt immer Herzweh, werdt des Lebens froh, Brennt unaufhörlich wie ein Bündel Stroh,
Bis ihr zerflattert, bis der Wahrheit müde Ihr sanft entschlummert: dann verwest im Friede.
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