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1826

Wunsch

Nikolaus Lenau

Fort möcht ich reisen Weit, weit in die See, O meine Geliebte, Mit dir allein!

Die Dränger und Lauscher Und kalten Störer, Sie hielt' uns ferne Der wallende Abgrund,

Das drohende Meer, Wir wären so sicher Und selig allein. Und käme der Sturm,

Ich würde dich halten An meiner Brust. Wenn donnernde Wogen Zum Himmel schlügen,

Doch höher schlüge Mein trunkenes Herz; Und meine Liebe, Die ewige, starke,

Sie würde frohlockend Dich halten im Sturm. Du würdest zitternd Mir blicken ins Auge

Und würdest erblicken, Was nimmer scheitert In allen Stürmen, Und würdest lächeln

Und nicht mehr zittern. Sieh, nun ermüdet Der tobende Aufruhr, In Schlummer sinken

Die Wellen und Winde, Und über den Wassern Ist tiefe Stille. Da ruhst du sinnend

An meiner Brust. So tiefe Stille: Mein lauschendes Herz Hört Antwort pochen

Dein lauschendes Herz. Wir sind allein, Doch flüsterst du leise, Um nicht zu stören

Das sinnende Meer. Nur sanft erzittern Die Lippen dir, Die schwellenden Blätter

Der süßen Rose, Ich sauge dein Wort, Den klingenden Duft Der süßen Rose.

Im Osten hebt sich Der klare Mond, Und Gott bedecket Den Himmel mit Sternen,

Und ich bedecke, Selig wie er, Dein liebes Antlitz, Den schönern Himmel,

Mit feurigen Küssen.

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