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1802–1850

Robert und der Invalide.

Nikolaus Lenau

Dich trösten wollen mag ein bittrer Spötter! Was einmal tief und wahrhaft dich gekränkt, Das bleibt auf ewig dir ins Mark gesenkt: Hier steht das Unglück höher als die Götter!

Der Himmel mag vor deinen Gram sich lagern, All' seine Götterkräfte laß erglüh'n, Daß er die Seele dir von ihren Nagern Rein schaffe und sie wieder mache blüh'n:

Wird er den Seelenwurm hinausbeschwören, Will er nicht Seel' und Wurm zugleich zerstören?! — Daß einen treuen Freund an mir du hast, Bis sie mir einst im Dorfe drüben läuten,

Wenn sie mich tragen zur ersehnten Rast, Das ist wohl wahr, doch hier kann's nichts bedeuten. — Die Sonn' ist unter; — wie die Nebel flattern, Vom Herbstwind aufgejagt, aus dunklem Moor! —

So war der Abend, als mir Laura schwor! — Hörst du die Wildgans in den Lüften schnattern? Das kündet Frost, mein Freund, und trübe Zeit! — Schon wieder gaukelt da die böse Sippe

Von Nachtgestalten der Vergangenheit; Nun mag ich flieh'n durch Gräser und Gestrüppe, Sie folgt mir stets, sie spottet stets mir nach: „du Thor, mit deinem fabelhaften Sehnen!

„hast du's noch nicht ersäuft in deinen Thränen?“ Und alle meine Wunden werden wach. Wie Buben einen Narren durch die Straßen Nicht ungeneckt hingeh'n und träumen lassen,

So folgt es höhnend mir durch diese Heide, Und läßt nicht rasten mich von meinem Leide.

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