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1802–1850

Meine Braut.

Nikolaus Lenau

An der duftverlornen Gränze Jener Berge tanzen hold Abendwolken ihre Tänze, Leichtgeschürzt im Strahlengold.

Wenn ich nach den lichten Räumen Jener Berg' hinüberseh', Ueberschleicht mich's wie ein Träumen, Faßt mein Herz ein dunkles Weh.

Und mir ist, als wohne drüben Meine Braut und harre bang, Daß ich komme, sie zu lieben, Eh' verblüht ist Herz und Wang'.

Plötzlich treibt ein wildes Sehnen Nach den Bergen mich, zu ihr, Fluchtverstreute Wonnethränen Stürzen aus dem Auge mir.

Doch die Berge sich verdunkeln, Und die Wolken werden Nacht; Nicht ein Sternlein seh' ich funkeln, Und der Sturm ist aufgewacht;

Scheltend ruft er mir entgegen: Heißer Narr, wohin? verzeuch! Deine Braut heißt Qual, — den Segen Spricht das Unglück über euch!

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