Skip to content
1802–1850

Ghasel .

Nikolaus Lenau

Du, schöne Stunde, warst mir hold, so hold, wie keine noch, Ich seh' dein Angesicht erglüh'n im Rosenscheine noch; So sah den Engel Gottes einst mit Wangen freudenroth Im Paradiese lächelnd nah'n der Mensch, der reine noch.

Du kamst mit Versehnt' ich manchen trüben Tag in jenem Haine noch, Und fragte weinend mein Geschick: „bewahrst in deinem Schatz So holde Stunde du für mich nicht eine, eine noch?“

Dort mocht' ich lauschen spät und früh: wohl flüsterts im Gezweig', Doch immer schweigt noch mein Geschick — ich lausch' und weine noch.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Ghasel . · Nikolaus Lenau · Poetry Cove