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1842

Der fromme Pilger

Nikolaus Lenau

Selig wandelt dort ein Ritter Durch Jerusalems Gefilde; Weinend trat er auf den Boden, Wo einst wallte Jesus Christus,

Und die Lippen senkt er küssend Auf den Grund, der Ihn getragen. Alles Erdenleids genesen Fühlt sich hier der fromme Pilger;

Mit der Bürde seiner Sünden Sind die Lasten seiner Sorgen Hinter ihm ins Meer versunken. – Anders rauschen hier die Wasser,

Anders wehen ihm die Lüfte, Wie erquickend und geheiligt Sind die Züge seines Odems! Wunderbar bewegte Hauche

Säuseln durch das Laub der Bäume, Gleich als hätte hier die Erde Ihn noch immer nicht vergessen, Der hier einst geliebt, geduldet

Und am Kreuz für uns gestorben; Gleich als rauschten holde Mären Sein Gedächtnis durch die Wipfel, Frohe Kunden, Festgesänge,

Göttlich leise Traditionen, Von den Blättern, welk und sinkend, Zugerauscht den frischen, grünen, Und von Blüte hin zu Blüte

Fortgehaucht durch all die Zeiten.

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