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1802–1850

An meine Rose .

Nikolaus Lenau

Frohlocke, schöne junge Rose, Dein Bild wird nicht verschwinden, Wenn auch die Gluth, die dauerlose, Verweht in Abendwinden.

So süßer Duft, so helle Flamme Kann nicht für irdisch gelten, Du prangst am stolzen Rosenstamme, Verpflanzt aus andern Welten;

Aus Büschen, wo die Götter gerne Sich in die Schatten senken, Wenn sie in heilig stiller Ferne Der Menschen Glück bedenken.

Darum mich ein Hinübersehnen Stets inniger umschmieget, Je länger sich in meinen Thränen Dein holdes Antlitz wieget.

O weilten wir in jenen Lüften, Wo keine Schranke wehrte, Daß ich mit deinen Zauberdüften Die Ewigkeiten nährte! —

Hier nah'n die Augenblicke, — schwinden An dir vorüber immer, Ein jeder eilt dich noch zu finden In deinem Jugendschimmer;

Und ich, wie sie, muß immer eilen Mit allem meinem Lieben An dir vorbei, darf nie verweilen, Von Stürmen fortgetrieben.

Doch hat, du holde Wunderblume, Mein Herz voll süßen Bebens Dich mir gemalt zum Eigenthume Ins Tiefste meines Lebens,

Wohin der Tod, der Ruhebringer, Sich scheuen wird zu greifen, Wenn endlich seine sanften Finger Mein Welkes niederstreifen.

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