Schon verrauscht der Tag, und des Abends sanftere Seele
Fließt wie süße Musik sänftigend uns in die Brust.
Horch, Mathilde, wie leise der West durch Blüthen da-
hinseufzt,
Leiser noch weht sein Hauch, kost er um deine Gestalt.
Sieh, die Biene, sie wandelt von Blume zu Blume geschäftig,
Süße Bereicherung lockt weiter die Summende stets;
Also wandelt die Seele dereinst von Blume zu Blume,
Welche zum strahlenden Kranz sich der Unendliche wand,
Wandelt die Seele dereinst von Welten weiter zu Welten,
Näher dem liebenden Gott, liebender, göttlicher stets.
Aber die Wechselgestalten des Lebens, sie theilen nicht alle
Gleich der Unsterblichkeit Loos, wenn uns der Ewige winkt;
Nur das Schönste des Lebens, worin der Himmel uns
kund wird,
Nimmt die Seele mit fort, schwingt sie den Sternen
sich zu.
Doch die trüben Gestalten verhüllt Nacht, ewige Nacht
dann.
Heil der Stunde, die selbst dann noch uns wonnig
umstrahlt!
O Mathilde, dein Auge voll himmlischer, tiefer Bedeutung,
Blickt mir ins Auge so ernst, und so entzückend zugleich,
Daß die Seele mir bebt, o Geliebte! ahnet dir etwa,
Daß auch diesen Moment hüllen nicht werde die Nacht?