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1802–1850

An einen Tyrannen.

Nikolaus Lenau

Tyrann! des Blutes, welches in Schlachten du Vergossen kalt, das rauchte vom Henkerbeil, Das, deinen Qualen zu entrinnen, Strömte dein Sklave mit eigner Hand hin:

Vor deinem Aug' in strafender Ewigkeit Aufschäumen, schwellen zum Vulkane, Der von den Seligen streng dich scheidet! Erwacht dann Sehnsucht heiß in der Seele dir

Hinüber in die Thäler Elysiums, Willst überklimmen du die Höh'n, dann Schleudren sie dich in die Tiefe donnernd! Entgegen gleiße deinem entsezten Blick

Ein Schneegebirg von Menschengebeinen, hoch; Darüber bleich und unbeweglich Starre des Mondes bekümmert Antlitz. Dann stocke, schweige jenes Gebirg des Bluts,

Herüberklinge deinem verlass'nen Ohr Das Wonnelied der Auserwählten, Säuselnd, unendliche Sehnsucht weckend. Doch plötzlich störe Kettengerassel dich,

Und Sterbgewinsel, das durch die Lüfte klagt, Und heulend rolle dir die Windsbraut Schädellawinen vor deine Füße!

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