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1802–1850

Am Grabe eines Ministers.

Nikolaus Lenau

Du fuhrst im goldnen Glückeswagen Dahin den raschen Trott, Von keuchenden Lüsten fortgetragen, Und dünktest dir ein Gott!

Wie flogen des Pöbels Rabenschwärme Dir aus dem Weg' so bang, Da sie hörten der Geißel wild Gelärme, Der Räder Donnerklang!

Ein weinender Bettler, stand am Wege Das arme Vaterland, Und flehte dich an um milde Pflege Mit aufgehobner Hand;

Doch wie auch klagte die bittre Klage, Wie auch die Thräne rann: Du triebst mit gellendem Geißelschlage Vorüber dein Gespann! —

„halt!“ schlug nun eine grause Stimme An dein entseztes Ohr, Es stürzt', ein Räuber, mit Hohn und Grimme Der Tod vom Wald hervor;

Und hieb die Stränge mit scharfem Schwerde Vom Wagen, rieß mit Macht Dich fort, trotz Flehen und Angstgeberde, In seine finstre Nacht. —

Das Vaterland mit Lachen und Singen Hält Wacht an deinem Grab; Scheucht Thränen und Seufzer und Händeringen Fort mit dem Bettelstab!

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