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1802–1850

8.

Nikolaus Lenau

Noch immer lag ein tiefes Schweigen Rings auf den Höh'n; doch plötzlich fuhr Der Wind nun auf zum wilden Reigen, Die sausende Gewitterspur.

Am Himmel eilt mit dumpfem Klange Herauf der finstre Wolkenzug: So nimmt der Zorn im heißen Drange Den nächtlichen Gedankenflug. —

Der Himmel donnert seinen Hader; Auf seiner dunklen Stirne glüht Der Blitz hervor, die Zornesader, Die Schrecken auf die Erde sprüht.

Der Regen stürzt in lauten Güssen; Mit Bäumen, die der Sturm zerbrach, Erbraust der Strom zu meinen Füßen; — Doch schweigt der Donner allgemach.

Der Sturm läßt seine Flügel sinken, Der Regen säuselt milde Ruh: Da sah ich froh ein Hüttlein winken, Und eilte seiner Pforte zu.

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