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1802–1850

3.

Nikolaus Lenau

Stille wird's im Walde, die lieben, kleinen Sänger prüfen schaukelnd den Ast, der durch die Nacht dem neuen Fluge sie trägt, den neuen Liedern entgegen.

Bald versinkt die Sonne; des Waldes Riesen Heben höher sich in die Lüfte, um noch Mit des Abends flüchtigen Rosen sich ihr Haupt zu bekränzen.

Schon verstummt die Matte, den satten Rindern Selten nur enthallt das Geglock am Halse, Und es pflückt der wählende Zahn nur läßig Dunklere Gräser.

Und dort blickt der schuldlose Hirt der Sonne Sinnend nach, dem Sinnenden jezt entfallen Flöt' und Stab, es falten die Hände sich zum Stillen Gebete.

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