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1826

2.

Nikolaus Lenau

Stille wirds im Walde; die lieben kleinen Sänger prüfen schaukelnd den Ast, der durch die Nacht dem neuen Fluge sie trägt, den neuen Liedern entgegen.

Bald versinkt die Sonne; des Waldes Riesen Heben höher sich in die Lüfte, um noch Mit des Abends flüchtigen Rosen sich ihr Haupt zu bekränzen.

Schon verstummt die Matte; den satten Rindern Selten nur enthallt das Geglock am Halse, Und es pflückt der wählende Zahn nur lässig Dunklere Gräser.

Und dort blickt der schuldlose Hirt der Sonne Sinnend nach; dem Sinnenden jetzt entfallen Flöt und Stab, es falten die Hände sich zum Stillen Gebete.

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