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1891

Dämmerung im Vorfrühling

Hedwig Lachmann

Der Tag bleicht. Letzte Helligkeit Quillt aus dem ebenmässigen Gewölk. Die Erde trocken und befreit Von Schnee; nur hie und da die Spur

Von dünnem Eise, wie Glasur. Die Dunkelheit wächst sanft und stät; Ein Licht, das aufblitzt, glimmt noch matt; Die Kinder spielen noch so spät,

Der Tagesfreuden nimmer satt. Die Menschen schreiten säumig, wie verführt; Und atmend heben sie das Kinn So an die Luft, als läge drin

Für sie ein Etwas, das den Sinn Wie eine wahre Seligkeit berührt.

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Dämmerung im Vorfrühling · Hedwig Lachmann · Poetry Cove