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1759

1. Der Blinde

Abraham Gotthelf Kästner

Zween Kenner, die ein Werk von Dürer's Kunst erhoben, Hört' einst ein Blinder lachend an; Wie, sprach er, könnt ihr was so ungemäßigt loben, Wo ich nichts Sanftes fühlen kann?

Erklärt mir das Gewäsch von Zeichnung, Farbe, Schatten: Wo nicht, so gebt mir zu, daß es nur Grillen sind. Die Antwort, als sie ihn genug gehöret hatten, War in drey Worten: Du bist blind.

Das Glück, die Wahrheit zu erfinden, Das Glück, das Weise nur empfinden, Hört man die Thoren öfters schmähn; Wer kann dafür, daß sie nicht sehn?

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