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1791–1813

Lützow's wilde Jagd.

Theodor Körner

Hör's näher und näher brausen. Es zieht sich herunter in düsteren Reihn, Und gellende Hörner schallen darein, Und erfüllen die Seele mit Grausen.

Und wenn ihr die schwarzen Gesellen fragt, Das ist Lützow's wilde verwegene Jagd. Was zieht dort rasch durch den finstern Wald, Und streift von Bergen zu Bergen?

Es legt sich in nächtlichen Hinterhalt, Das Hurrah jauchzt, und die Büchse knallt, Es fallen die fränkischen Schergen. Und wenn ihr die schwarzen Jäger fragt,

Das ist Lützow's wilde verwegene Jagd. Wo die Reben dort glühen, dort braußt der Rhein, Der Wüthrich geborgen sich meinte, Da naht es schnell mit Gewitterschein,

Und wirft sich mit rüst'gen Armen hinein‚ Und springt ans Ufer der Feinde, Und wenn ihr die schwarzen Schwimmer fragt, Das ist Lützow's wilde verwegene Jagd.

Was braußt dort im Thale die laute Schlacht, Was schlagen die Schwerdter zusammen? Wildherzige Reiter schlagen die Schlacht, Und der Funke der Freiheit ist glühend erwacht,

Und lodert in blutigen Flammen. Und wenn ihr die schwarzen Reiter fragt, Das ist Lützow's wilde verwegene Jagd. Wer scheidet dort röchelnd vom Sonnenlicht,

Unter winselnde Feinde gebettet? — Es zuckt der Tod auf dem Angesicht, Doch die wackern Herzen erzittern nicht‚ Das Vaterland ist ja gerettet!

Und wenn ihr die schwarzen Gefallnen fragt, Das war Lützo's wilde verwegene Jagd. Die wilde Jagd und die deutsche Jagd Auf Henkers Blut und Tyrannen.

Drum, die ihr uns liebt, nicht geweint und geklagt, Das Land ist ja frei und der Morgen tagt, Wenn wir's auch nur sterbend gewannen, Und von Enkeln, zu Enkeln sey's nachgesagt:

Das war Lützow's wilde verwegene Jagd.

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