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1791–1813

Letzter Trost.

Theodor Körner

Was starrt ihr wild in die Nacht hinaus, Ihr freien, ihr männlichen Seelen? Jetzt heult der Sturm, jetzt braußt das Meer, Jetzt zittert das Erdreich um uns her,

Wir woll'n uns die Noth nicht verhehlen. Die Hölle braußt auf in neuer Gluth. Umsonst ist geflossen viel edles Blut, Noch triumphiren die Bösen.

Doch nicht an der Rache des Himmels verzagt, Es hat nicht vergebens blutig getagt, Roth muß ja der Morgen sich lösen. Und galt es früherhin Muth und Kraft,

Jetzt alle Kräfte zusammengerafft, Sonst scheitert das Schiff noch im Hafen. Erhebe dich Jugend, der Tieger dräut! Bewaffne dich Landsturm, jetzt kommt deine Zeit!

Erwache du Volk, das geschlafen! Und die wir hier rüstig zusammenstehn, Und keck dem Tod in die Augen sehn, Woll'n nicht vom Rechte lassen.

Die Freiheit retten, das Vaterland, Oder freudig sterben das Schwerdt in der Hand, Und Knechtschaft und Wüthriche hassen. Das Leben gilt nichts, wo die Freiheit fällt.

Was giebt uns die weite unendliche Welt Für des Vaterlands heiligen Boden? — Frei woll'n wir das Vaterland wiedersehn, Oder frei zu den glücklichen Vätern gehn,

Ja! glücklich und frei sind die Todten. Drum heule, du Sturm, drum brause du Meer, Drum zittre, du Erdreich, um uns her, Ihr sollt uns die Seele nicht zügeln!

Die Erde kann neben uns untergehn Wir woll'n als freie Männer bestehn, Und den Bund mit dem Blute besiegeln.

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