Und bleich der Mond die Wolken säumt. — Was bist du Welt so still, so leer! Was lauerst du wie ein falsches Meer? — Es saust so öde durch dein Reich
Und Schauder faßt die Seele gleich, Als wolltest du mit leisem Beben Des Morgens blut'gen Schleyer heben. — Noch schlummerts tief in Lagers Raum,
Die Sterne steigen, auf und nieder; Die Todtenstille regt sich kaum! — O laß der Welt den schönen Traum, Der nahe Tag verscheucht ihn wieder! —
In Osten graut's, es sinkt die Nacht. — Gottlob! der Morgen ist erwacht! — Gottlob, der neue Tag bricht an! — Seht euch nochmal die Sonne an.
Wohl viele, die jetzt rüstig stehn, Sehn sie nie wieder untergehn. In manchen Herzen pocht das Blut, Nach raschen Streites Uebermuth,
Und eh die nächsten Stunden tagen, Hat manches Herz schon ausgeschlagen! Die Sonne kommt, der Nebel reißt‚ Ein stumm Gebet den Vater preißt.
Nun lebt und regt sich alle Welt‚ In blanken Waffen glänzt das Feld. Der Jüngling schreitet kühn hinaus‚ Er schaut hinauf ins Vaterhaus,
Und leise Ahndung füllt sein Herz, Und zieht ihn dämmernd himmelwärts. Da trägt der tiefbewegte Sinn Die Träume zu der Liebsten hin.
Sie weinte, als er scheiden mußt', Und Wehmuth haucht in seine Brust, Und er gedenkt der schönen Zeiten! — Er fühlt's, es war ein ewig Scheiden! —
Die Sonne steigt, der Lärmschuß kracht, Laut jubelnd zieht das Heer zur Schlacht. „seht ihr den Stephan herüberwinken, „und dort die Fränk'schen Adler blinken?
„auf Brüder, stürzt euch muthig drein', „die Adler müssen unser seyn. — „lebt wohl, lebt wohl, ihr meine Lieben, „weint nicht, ich wollt euch nicht betrüben!“
Es wogt der Kampf, es brüllt der Tod, Die Wunden klaffen blutigroth! — „mir nach! mir nach! dort ist der Ruhm, „ihr kämpft für euer Heiligthum!“
Und neben ihm und unter ihm Würgt rasch des Todes Ungestüm, Und Mann und Roß zusammenbrach Er aber jauchzt: „mir nach! mir nach!“
Da pfeift eine Kugel durch seine Brust, Daß gleich das Auge brechen mußt', Doch hat er mit der letzten Kraft Den letzten Athem zusammengerafft
Und ruft und stürzt zu Boden gleich: „hoch lebe das Haus Oesterreich! —“ Der Adler sinkt, die Fahne fliegt, Heil dir mein Volk, du hast gesiegt!
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