Muthig schwellen sie ans volle Herz, In die Seele fühl' ich sie mir dringen, Wecken mir den vaterländ'schen Schmerz. Und mit ihren früh geprüften Schwingen,
Kämpfen sie im Sturme himmelwärts, Doch sie tragen nur ein dunkles Sehnen, Nicht den Geist aus diesem Land der Thränen. Allgewaltig hält ihn noch das Leben,
Taucht die Flügel in den stygschen Fluß. Es ist nicht der Künste freies Schweben, Nicht verklärter Geister Weihekuß. Noch dem Erdgeist ist er Preis gegeben,
Mit dem Staube kämpft der Genius, Reißt er auch im Rausche der Gedanken, Oft sich blutend los aus seinen Schranken. Dann ergreift ihn ein bachantisch Wüthen,
Wilde Melodienblitze sprühn, Aus dem Tode ruft er Strahlenblüthen, Und zertritt sie kalt, sobald sie blühn. Wenn die letzten Funken bleich verglühten,
Hebt er sich noch einmal, stolz und kühn, Und versinkt dann mit gewalt'gem Schauren, In den alten Kampf mit dem Centauren. Wilder Geist! jetzt hast du überwunden,
Deine Nacht verschmilzt in Morgenroth, Ausgekämpft sind deiner Prüfung Stunden, Leer der Kelch, den dir das Schicksal bot. Kunst und Leben hat den Kranz gewunden,
Auf die Locken drückte ihn der Tod. Deinen Grabstein kann die Zeit zermalmen, Doch die Lorbeern werden dort zu Palmen. Und dein Sehnen klagte nicht vergebens,
Einmal wards in deiner Seele Tag, Als dein Herz am kühnsten Ziel des Strebens Kalt und blutend auf der Wahlstatt lag. Sterbend lößte sich der Sturm des Lebens,
Sterbend lößte sich der Harfe Schlag, Und des Himmels siegverklärte Söhne Trugen dich ins freie Land der Töne.
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