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1758–1818

Sunium.

Gotthard Ludwig Kosegarten

Dein, o Sunium, denk' ich, und deiner romanti- schen Fluren. Manchen lebendigern Tag hast du den Jüng- Mancher Abend verfloss ihm in deinen gastlichen Hallen,

Unter ernstem Gespräch, unter vertraulichem Scherz. Deine Fluren sind schön, o Sunium. Deine Ge- Schatten so kühlend, so frisch duftet der Kal-

Horch, wie die Nachtigall schlägt in der blüthen- Schau wie die güldene Saat wogt das Gelände hinan. Gellend erschallt aus dem goldenen Bette die Flöte der Wachtel,

Dumpfer des Rohrspatz Ruf aus dem Geröh- Dein o Sunium denk' ich und deines vergötterten Weisen, Welcher entschleyerten Blicks jetzund die Wahr-

Mancher gesellige Abend, und manche der nächtli- Hold ist dem Denken die Nacht, hab ich dem Denker gelauscht, Über das Leiden und Thun, und über Verhängniss

und Freyheit, Über des Endlichen Kampf mit dem unendli- Aber dem Denker voran flog immer die Ahnung des Dichters.

Zürnend dem zögernden Gang, sprengt' ich der Schlüsse Gespinnst, Stürmte hinaus in die Nacht, in die heilige. Über der Scheitel

Rolleten Leyer und Schwan, blitzten Arktur und Centaur, Jeglicher funkelnde Stern und jegliche rollende Sonne, Jegliches Rauschen im Busch, jedes Geflüster

des Schilfs, Jegliches Echo der Nacht, die Stimm' aus andern Welten, Haucht in dem lechzenden Geist Ahnung des

Bessern empor.

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