Tausend der Blumen blühn in meinem Garten.
Schon durch des Jennerschnee krystallne Rinde
Drängen sich frühlingahnend des Galanthus
Silberne Glöckchen.
Tief im Gesträuche schwillt die Anemone.
Rings auf den Beeten glänzt der güldne
Krokos.
Heimlich erröthend strömt das blöde Veilchen
Köstliche Düfte.
Lockt dich der Schmelz der vielgefärbten Primel?
Freut dich der Silberstaub der Sammtaurikel?
Liebst du vielleicht der liebesiechen Echo
Blendenden Günstling?
Tausend der Blumen funkeln in dem Kranze,
Welcher des Sommers glüh'nde Schläffen kühlet,
Lilie du, und Nelk', und du, o Rose,
Zypriens Brautschmuck.
Tausend der Blumen blühn in meinem Garten,
Oftmal pflückt' ich die duftigsten, die schön-
Barg sie zunächst ans Herz mir, wahrte
sorgsam
Tief sie im Busen.
Dir sie zu geben, wenn der Abend wehte,
Dir sie zu reichen, wenn der Abschied schallte,
Dass sie ein leises Gedenke mein! dir
hauchten,
Schmachtet' und brannt' ich.
Aber mich hielt die Angst, die arme Gabe
Ach, verschmäht zu sehn von der Hochver-
Traurig entwand ich dir mich, meine Blumen
Welketen traurig.
Klein und gering ist die Gabe treuer Liebe.
Aber verschmäht zu sehn die arme Gabe,
Knicket des Lebens Blume, stösst den
Mordstahl
Tief in den Herzschlag.