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1758–1818

Seine Blumen.

Gotthard Ludwig Kosegarten

Tausend der Blumen blühn in meinem Garten. Schon durch des Jennerschnee krystallne Rinde Drängen sich frühlingahnend des Galanthus Silberne Glöckchen.

Tief im Gesträuche schwillt die Anemone. Rings auf den Beeten glänzt der güldne Krokos. Heimlich erröthend strömt das blöde Veilchen

Köstliche Düfte. Lockt dich der Schmelz der vielgefärbten Primel? Freut dich der Silberstaub der Sammtaurikel? Liebst du vielleicht der liebesiechen Echo

Blendenden Günstling? Tausend der Blumen funkeln in dem Kranze, Welcher des Sommers glüh'nde Schläffen kühlet, Lilie du, und Nelk', und du, o Rose,

Zypriens Brautschmuck. Tausend der Blumen blühn in meinem Garten, Oftmal pflückt' ich die duftigsten, die schön- Barg sie zunächst ans Herz mir, wahrte

sorgsam Tief sie im Busen. Dir sie zu geben, wenn der Abend wehte, Dir sie zu reichen, wenn der Abschied schallte,

Dass sie ein leises Gedenke mein! dir hauchten, Schmachtet' und brannt' ich. Aber mich hielt die Angst, die arme Gabe

Ach, verschmäht zu sehn von der Hochver- Traurig entwand ich dir mich, meine Blumen Welketen traurig. Klein und gering ist die Gabe treuer Liebe.

Aber verschmäht zu sehn die arme Gabe, Knicket des Lebens Blume, stösst den Mordstahl Tief in den Herzschlag.

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