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1758–1818

Öd und leer.

Gotthard Ludwig Kosegarten

Leere des Sinns und der Seele, wie wend' ich, Wie füll' ich dich, ängstendes, schauerndes Leer! Es treibt mich, es jagt mich, es hetzt mich un- Sage mir,Himmel, wonach? Sagt es mir, Fluren

und Meer! Nennt mir diess nimmer ersättigte Sehnen! Nennt mir die würgende Ungeduld! Deutet mir diese heissstürzenden Thränen!

Lehrt mich, ach lehrt mich sie sühnen, die rastlos verfolgende Schuld! Funkelnder Bergt ihr das Gut, das dem Lechzenden fehlt?

Ergreift mich, Stürme der Nacht, und tragt mit gewaltigem Flügel Zu Welten mich empor, wo keine Sehnsucht quält!

Liegt in des Abgrundes Schooss es begraben, Was die schmachtende Seele letzet — Hinab, Hinab in chaotisches Graun! Hinab, es zu finden, zu haben!

Hinab in das grausige klaffende Grab! Fasste dein Strudel mich, alte Charybde! Braust' ich mit Ossians Geistern umher! Löst' ich, ein Büsser, mein sühnend Gelübde!

Glüht' ich im lybischen Sand! gefrör' ich im arkti- Umstrickten mich nur der Begierden Empusen! Schäumte mir Wollust dein Kelch! Blinkte mir Rache dein Stahl! —

Aber im Herzen der Frost! die schaudernde Öde im Busen! — — Acherontische, stygische, folternde Qual! Wohl lockt vom Leukadischen Fels der Sprung

in die schäumenden Fluthen! Wohl böt' ich die Deciusbrust den brüllenden Schlünden der Schlacht! Wohl schürt' ich alcidischen Sinns des Rogus ver-

Aber wer harret dahinten? — — Erebische ewige Nacht! — — Hörst du sie rasseln, des Tartarus Ketten? Siehst du die Larven im Schwefelgefild?

Wohin denn sich bergen, sich flüchten, sich retten? Dem keine Lethe rinnt, dem kein Nepenthe quillt!

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