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1758–1818

O Liebe.

Gotthard Ludwig Kosegarten

O Liebe! Die mich bis in den Tod geliebt, Die schmerzlich sich um mich betrübt, Die für mich lebt' und litt und starb,

Und sterbend mir das Heil erwarb . . , O Liebe, Sieh, wie ich mich betrübe, Dass ich nicht gnug dich liebe.

O Liebe, Die du für mich der Thränen Fluth, Für mich verströmt dein rothes Blut, Für mich dein Leben ausgestöhnt,

Den Vater sterbend mir versöhnt . . . O Liebe, Sieh, wie ich mich betrübe, Dass ich nicht gnug dich liebe.

O Liebe, O du in deinem Dornenkranz, In deines Blutes Purpurglanz, O sündebüssend Opferlamm,

Mein König und mein Bräutigam . . . O Liebe, Sieh wie ich mich betrübe, Dass ich so lau dich liebe.

O Liebe, Entzünd' in mir der Liebe Gluth, Lass in der Wunden rother Fluth Mich untergehn, gar untergehn,

Um nimmer, nimmer zu erstehn . . . O Liebe, Tilg' alle niedre Triebe, Dass ich nur dich! dich! liebe!

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