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1758–1818

Königinn Anne.

Gotthard Ludwig Kosegarten

Königinn Anne liegt zu Rimsted krank, Nach Redby man bringen sie musste. Man musste ihr holen die klügsten Fraun, So viel man in Dännemark wusste.

Zu Rimsted ruht Königinn Anne. „holt diese mir her, holt jene mir her. „ach holt mir die klügste der Frauen. „holt mir Herrn Ralambs Schwester her,

Mich verlangt lieb Trudchen zu schauen.“ Zu Rimsted ruht Königinn Anne. Lieb Trudchen trat herein zur Thür, Mit züchtigem lieblichem Wesen.

Gar freundlich die Kranke willkommen sie hiess, Sie freut' sich als sey sie genesen. Zu Rimsted ruht Königinn Anne. „ach könntest du lesen, ach könntest du schreiben,

„ach könntest du enden mein Leiden. „ich wollte dir schenken mein schönstes Ross, „in rothe Scharlaken dich kleiden.“ Zu Rimsted ruht Königinn Anne.

„ach könnt' ich lesen, ach könnt' ich schreiben, „ach wäret der Bürden ihr ledig. „erlös' euch Gott ins Himmelsthron! „er ist barmherzig und gnädig.“

Zu Rimsted ruht Königinn Anne. Schön Trudchen, sie las im Psalterbuch. Sie schaut herüber, hinüber. Die Buchstaben liefen ihr all' in Eins.

Es gingen die Augen ihr über. Zu Rimsted ruht Königinn Anne. Sie führten die Kranke hinaus und herein. Es ward nur schlimmer und schlimmer.

„ist niemand denn, der meinen Herrn beschickt. „genes' ich doch nimmer und nimmer.“ Zu Rimsted ruht Königinn Anne. Das wurde dem flinken Leibburschen gesagt.

Er eilte zum Stalle geschwinde. Er nahm vom Balken den Sattel blank, Und sprang auf den Klepper behende. Zu Rimsted ruht Königinn Anne.

Der König spatzierte auf Skoneborgs Schloss. Er sah ihn reiten von weiten. „hilf Gott wie mag es um Annen stehn! „was wird mir dies Reiten bedeuten?“

Zu Rimsted ruht Königinn Anne.

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