Skip to content
1758–1818

Geist der Liebe.

Gotthard Ludwig Kosegarten

Wer bist du, Geist der Liebe, Der durch das Weltall webt? Den Schooss der Erde schwängert, Und den Atom belebt,

Der Elemente bindet, Der Weltenkugeln ballt, Aus Engelharfen jubelt, Und aus dem Säugling lallt?

Wer bist du, Kraft der Kräfte, Die Greisesaugen hellt? Der Jünglingswangen röthet, Und Mädchenbusen schwellt?

Der Liebe beut und fodert, Um Liebe ringt und wirbt, Und Messiaden dichtet, Und Brutustode stirbt?

Bist du nicht Odem Gottes, Unsträflich, wie sein Licht, Und stark, wie seine Rechte, Die Welten baut und bricht?

Bist unsers Kreuzzugs Fahne, Entflammst mit heilger Scham Den Feigen und den Matten, Ein wehend Oriflamm.

Nur der ist gut und edel, Dem du den Bogen spannst. Nur der ist gross und göttlich, Den du zum Mann ermannst.

Sein Werk ist Pyramide, Sein Wort ist Machtgebot. Ein Spott ist ihm die Hölle, Ein Hohn ist ihm der Tod

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Geist der Liebe. · Gotthard Ludwig Kosegarten · Poetry Cove