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1758–1818

Die Zeitlosen.

Gotthard Ludwig Kosegarten

Noch immer schmückt ihr meine Flur, Ihr Blümchen treuer Art, Ihr Lieblingskinder der Natur, So einfach und so zart.

Dahin sind Ros' und Tulipan, Violen und Jasmin; Der himmelblaue Enzian, Die goldne Malv' ist hin.

Euch aber, Blümchen, zeugt und säugt Noch immer die Natur. Noch unversehrt und unverbleicht, Bekränzt ihr meine Flur.

Euch tilgte nicht des Hundsterns Gluth, Und nicht der Herbstnacht Frost. Euch knickte nicht des Nordes Wuth, Und nicht der Hauch des Ost.

Diess Blümchen, Beste, ewig jung Und ewig frisch und neu, Sey Sinnbild unsrer Einigung, Und unsrer Lieb' und Treu.

Nicht wetterwendisch sey dein Herz; Unwandelbar, wie Gold, In Freud' und Leid, in Lust und Schmerz Sey es mir treu und hold.

Nicht Menschengunst, noch Menschengroll, Kein Lächeln und kein Dräun, Kein Blitz noch Schlag des Schicksals soll Geliebte, uns entzweyn.

Noch blühet unsers Lebens May — Und lass, lass ihn verblühn! Bleibt unsre Lieb' und Huld und Treu Nur ewig frisch und grün.

Getreu, getreu lass, Liebste, uns Des Lebens Strasse ziehn. Es wird ja hier und da für uns Ein kleines Masslieb blühn.

Getreu, getreu und müd' und matt Lass einst uns schlafen gehn. Es blühn um unsre Ruhestatt Masslieb und Tausendschön.

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