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1758–1818

Die Täuschung.

Gotthard Ludwig Kosegarten

Im Erlenbusch, im Tannenhayn, In Sonn- und Mond- und Sternenschein Umlächelt mich ein Bildniss. Vor seinem Lächeln klärt sich schnell

Die Dämmerung in Himmelhell, In Paradies die Wildniss. Es säuselt in der Abendluft, Es dämmert in dem Morgenduft,

Es tanzet auf der Aue. Es flötet in dem Wachtelschlag, Und spiegelt sich im klaren Bach, Und badet sich im Thaue.

Es naht in holder Traulichkeit Sich mir in tiefster Dunkelheit So schüchtern und so leise. Es lullt mich wohl in sanfte Ruh,

Und haucht im Schlaf mir Träume zu Von wundersüsser Weise. Ich öffn' ihm sehnend meinen Arm, Und streb', es traut und liebewarm

An meine Brust zu drücken. Ich hasch', und hasche leere Luft. Und nichtig, wie ein Nebelduft, Entwallt es meinen Blicken.

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Die Täuschung. · Gotthard Ludwig Kosegarten · Poetry Cove