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1758–1818

Die Gefangenen

Gotthard Ludwig Kosegarten

Es liegen drey Junggesellen Gefangen auf den Tod. „was haben wir denn Böses begangen? Wir liegen, wir liegen gefangen.

Erbarmt euch unsrer Noth!“ Ein Jungfräulein ging vorüber. Es hört der Gefangnen Schreyn. Es gehet ihm tief zu Herzen,

Es machet ihm bittre Schmerzen, Dem zarten Jungfräulein. Ihr Gefangnen, ich will für euch bitten, Bittet ihr indessen Gott.

Ich will die Herren schön grüssen, Ich will ihnen fallen zu Füssen, Euch lösen vom bittern Tod.“ „gott grüss euch, grossgünstige Herren!

Eine Bitte mir gewährt: Die Gefangnen haben nichts begangen. Lasst sie los, lasst los die Gefangnen, Dass Gott euch wieder erhört.“ —

„was du willst kann dir nicht werden, Du junge zarte Maid. Die Gefangnen müssen sterben. Gottes Reich müssen sie ererben,

Dazu die ew'ge Freud. „was die Gefangenen haben begangen, Der Tod nur büssen mag. Schwer drücken der Sünde Lasten!

Lass sie ruhen, lass sie risten, lass sie rasten Bis an den jüngsten Tag.“ Das Mädchen ging von dannen In bitterm Herzeleid.

„ihr Gefangnen, ihr müsst sterben, Gottes Reich müsst ihr ererben, Dazu die ew'ge Freud. Ihr Gefangnen, was ihr begangen,

Das büsset nur der Tod. Schwer drücken der Sünde Lasten. Süss lässt sichs risten und rasten. Ihr Gefangnen befehlt euch Gott!“

Und als die Gefangenen kamen Wohl auf den Richteplatz, Das Mägdlein stand in dem Kreise. Sie winkten, sie grüssten sie leise.

Fahr wohl, allerschönster Schatz.“ Und als das Schwert sie gerichtet, Das Mägdlein machtlos lag. „mich ängstigen des Lebens Lasten.

Lasst mich ruhen, lasst mich risten, lasst mich rasten Bis an den jüngsten Tag!“

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