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1758–1818

Die Errettung.

Gotthard Ludwig Kosegarten

Vorüber ist der schwere Traum, Vorüber, und ich glaub' es kaum. . . . Ich lebe! Ich lebe ja! und unentweiht

Blieb meiner Unschuld weisses Kleid. Ich hebe, Ihr heil'gen Jungfraun, nach wie vor Den Blick zu eurem reinen Chor

Rein empor! Es drohte namenlose Noth, Und Schande, herber als der Tod, Der Armen! —

„die ihr die Unschuld schirmt und schützt, „den Frevler zürnend niederblitzt, „erbarmen! „ach rettet, rettet! Grimmiglich

„umgrinsen Höllenlarven mich! „rettet mich!“ — Und nieder von dem Sitz der Ruh, Aus Christus Armen schautest du,

Madonne! Es weinte laut der Jungfraun Chor, Und gnädig neigte Gott sein Ohr. O Wonne!

Er schalt. Die Höll' entsetzte sich. Die Larven grass und grauerlich Liessen mich. Du, deren Flehn den Sohn bezwang,

Madonna, lass mich meinen Dank Dir weinen! Die ihr mein Antlitz nicht beschämt, Des Treuen treulich euch annehmt,

Ihr Reinen, Euch soll Biankens Lobgesang, Euch strömen soll Biankens Dank Lebenslang.

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