Donnerredendes Erz, Tochter der Wuth, des Sturms
Wilde freudige Braut, Schlachtengebieterin,
Zunge Gottes — Drommete,
Lass mich singen den Ungestüm
Deines Odems. Du hast öfter die Seele mir
Himmelaufwärts gestürmt, hast, wie der Väter Ruf,
Durst nach Thaten und Ruhmgier
In mein schlagendes Herz geströmt.
Ja, der Töchter des Schalls bist du die Herrlichste.
Als der Ewige schuf, schuf er durch dich. Du riefst,
Und das Chaos ward Schöpfung,
Und die eiserne Nacht ward Licht.
Wenn der Ewige einst über die Welt Gericht
Donnert, stürmst du voran, seine Verkünderin,
Und das Licht und die Schöpfung
Werden Chaos und alte Nacht.
Oft entflammtest du mich, Heldin. Mit stolzerm
Schritt
Schritt ich unter den Reih'n herrlicher Jünglinge,
Wenn dein schmetternder Wirbel
Unsern Gliedern vorangebot.
Oft entflammtest du mich, Heldin! Im Saal voll
Tanz
Flog ich wilder dahin, wenn du das Saitenspiel
Überbrülltest, und heisser
Schlang ich mich um die Tänzerin.
Mein süsslispelnd Clavier bebt im Gemach, es tönt
Meine Flöte so süss Abends im Hayn. Doch ha!
Dein harmonisch Gewitter
Schwingt und schüttert mir jeden Nerv.
Heldensängerin, einst, wenn ich mich höhern Flugs
Aufschwing', wenn ich ein Lied um die Unsterb-
lichkeit
Singe, sing' ich durch dich es,
Und erring die Unsterblichkeit!