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1758–1818

Die Drommete.

Gotthard Ludwig Kosegarten

Donnerredendes Erz, Tochter der Wuth, des Sturms Wilde freudige Braut, Schlachtengebieterin, Zunge Gottes — Drommete, Lass mich singen den Ungestüm

Deines Odems. Du hast öfter die Seele mir Himmelaufwärts gestürmt, hast, wie der Väter Ruf, Durst nach Thaten und Ruhmgier In mein schlagendes Herz geströmt.

Ja, der Töchter des Schalls bist du die Herrlichste. Als der Ewige schuf, schuf er durch dich. Du riefst, Und das Chaos ward Schöpfung, Und die eiserne Nacht ward Licht.

Wenn der Ewige einst über die Welt Gericht Donnert, stürmst du voran, seine Verkünderin, Und das Licht und die Schöpfung Werden Chaos und alte Nacht.

Oft entflammtest du mich, Heldin. Mit stolzerm Schritt Schritt ich unter den Reih'n herrlicher Jünglinge, Wenn dein schmetternder Wirbel

Unsern Gliedern vorangebot. Oft entflammtest du mich, Heldin! Im Saal voll Tanz Flog ich wilder dahin, wenn du das Saitenspiel

Überbrülltest, und heisser Schlang ich mich um die Tänzerin. Mein süsslispelnd Clavier bebt im Gemach, es tönt Meine Flöte so süss Abends im Hayn. Doch ha!

Dein harmonisch Gewitter Schwingt und schüttert mir jeden Nerv. Heldensängerin, einst, wenn ich mich höhern Flugs Aufschwing', wenn ich ein Lied um die Unsterb-

lichkeit Singe, sing' ich durch dich es, Und erring die Unsterblichkeit!

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