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1758–1818

Die Blumenchiffre.

Gotthard Ludwig Kosegarten

Eine Eugenia sah ich, vermählt dem edlen Pla- tanus. Froh des vertraulichen Schirms, blüheten Blu- Jegliche anders gefärbt, und jegliche anders ge- Jegliche anders begabt von der Natur und dem

Gott. Schwermuthduftend entgegen der strahlenden Son- Wendend den ahnenden Blick, schosste der Heliotrop.

Blendender blüht' und brannte zugleich die schöne Ixora. Stilleren Reizes zunächst senktest du blöde den Blick,

Holde Mimosa. Es hing der gedankenhauchende Diptam Schweigsam das sinnige Haupt. Göttern und Menschen geliebt,

Funkelt' im Schmelz des Rasens die tausendblättri- Ein Schneeglöckchen entspross keimend dem grünenden Grund. Schlanke Eugenia, dir, gestützt auf deinem Platanus,

Danket der schimmernde Strauss reinen harmo- Streb' empor in freudiger Kraft, getränkt von Au- Duftigsten Thränen, von Gä's kräftigstem Mar- Spat lass sinken, Geliebte, die liebesäuselnden

Blätter. Spat einst welkend, verstreu welkend den süs- Schön und bedeutend verwallt der Blum' unschul- Friedlich durchblüht sie des Seyns freundlich

beschlossenen Kreis, Giebt nach verströmtem Duft und verstreutem Saa- Farb' und Gestalt, den Stoff ruhig der Tellus zurück.

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