Wie fährst du blitzend, fey'rlich, mit Majestät, O goldner Himmelswagen, in blauer Luft! Ich höre deiner Räder Rasseln, Höre das Wiehern der Flügelrosse.
Sieh, wie sie Flammen schnauben, die Wieherer! Sieh, wie sie Funken schlagen, die Schnaubenden! Horch, wie die ehrne Himmelsstrasse Dröhnt von dem Stampfen der Demanthufe.
Ich liebe dich, ich habe dich längst geliebt, Du königlicher Wagen. Des Knaben Blick Hat oft in tiefen Mitternächten Ahnend und staunend an dir gehangen.
Nun lieb' ich dich noch stärker, du Herrlicher! Ich seh dich oft mit inniger Wehmuth an, Und eine leise Thräne bebet In des entbrannteren Jünglings Wimper.
Ein sanftes Thränchen weint' ich an Idens Brust. Ein sanftes Thränchen weinte die Himmlische, Als wir uns in vertrauter Laube, Busen an Busen, umschlungen hielten.
Tief Mitternacht war um uns. Der blühende Jasmin der Laube duftete rings um uns. Der Schwan, der Adler und die Leyer Blinkten uns an durch das Grün der Laube.
Da zuckte durch die Seele des Staunenden Ein Wehgedanke, dumpf, wie ein Unkenlaut, Und schaurig, wie der Duft des Wermuths, Ach, der Gedanke des nahen Scheidens.
Und inniger umschlang ich die Liebliche. Erhaben schwärmend wand ich aus ihrem Arm Mich los, und sah des Himmelswagens Goldne Deichsel das Laub durchfunkeln.
Emporgetragen über das Irdische, Ergriff ich Idens Lilienhand, und sprach: „siehst du des hohen Himmelswagens „goldene Deichsel? sie sey uns heilig!
„einst werd' ich um dich trauren in öder Fern'. „einst wirst du nach mir schmachten in öder Fern'. „dann seyd, ihr Glänzenden, uns Bürgen „unsrer Vereinung auf schönern Fluren!“
Ich sprachs, und eine Thräne der Wehmuth rann Von Idens blasser Wange. Sie rinnt seitdem Ihr oft die Wang' hinab, wenn Dämmrung Rings um sie wallt und die Sterne funkeln —
Der du des Zum Sphärentanz die Den Schliffst den kristallenen Freuden
Vernimm der Liebe Flehen, Allliebender! Nicht reisse mich aus meiner Erwählten Arm! Nur Sie, nur Sie lass mir! Lass Iden, Iden am Arm mich durchs Leben wandeln!
Von ihrem Engellächeln zur That entflammt, Von ihrem keuschen Kusse mit Kraft beseelt, Werd' ich mit Adlerflug der Tugend Sonnigste, schwindelndste Höh' erfliegen. —
Cookies on Poetry Cove