Sturm der geilenden Nacht, fürchterlich tos't und schön Dein Geläut durch die Nacht. Starker, des Jünglings Geist
Schwellt dein Schmettern und Prasseln, Wie den Krieger der Pomp der Schlacht. Rabenschwarz ist die Nacht. Durch die Erebische Wälzt der Mächtige sich sausenden Schwungs daher,
Beugt die Grossen der Schöpfung, Stäupt die Höhen, und zaus't den Wald. Orkan, Orkan, was raufst du mir mein Halmendach, Trennst der Sparren Geflecht, schmetterst die Schei-
ben mir In den Fenstern? — Ich komme, Wogenthürmer, und Trotz sey dir! Dem die Erd' und das Meer zittern, ich biete dir
Eine freudige Stirn, spotte der feigen Wuth, Die die Sterne des Himmels, Die die Fackel des Mondes löscht, Zittre nicht ob des Walds lautem Gekrach', und
nicht Ob des grollenden Meers dumpfen Gebrüll, und nicht Ob den Riesengebilden, Die dein Hauch in den Lüften ballt. —
Doch, ich zürne dir nicht. — Starker, in deiner Kraft Sey mir festlich gegrüsst! Kühner, ich liebe dich, Wenn Allfadern dein Päan Auf der Harfe der Windsbraut singt.
Schön und fürchterlich ists, wenn du die Weizensaat Niedermähst, wenn dein Arm geisselt den stolzen Forst, Und mit Pappel und Eiche,
Wie ein Knabe mit Disteln, spielt. Schön und fürchterlich ists, wenn du das Meer erwühlst, Sein Vermögen zerstäupst, Schiffe, wie Kräusel
drehst, Masten knickest, wie Binsen, Taue reissest, wie mürben Zwirn. Nein, ich zürne dir nicht, Lauter! Ich preise dich,
Deiner Fittige Schwung fachet zur Flamm' empor Jeden glimmenden Funken, Straffet jeden erschlafften Nerv. Freund, mir hallt dein Gebrüll fei'rlich, wie Chor-
gesang, Hehr, wie Tempelgeläut, prächtig, wie Orgelsturm — Wilder toben die Pulse, Rascher schlägt das empörte Herz.
In das Dunkel hinaus stürm' ich, in schwarzer Nacht Klimm' ich felsenhinan, schaue vom stickeln Fels In das gährende Chaos, In die wühlende Nacht hinaus.
Erd' und Himmel und Meer zittern dir, Trotziger. Kühn und freudig, wie du, Starker, frohlockt mein Herz. Denn noch bin ich ein Jüngling,
Unbezwungen und frey, wie du!
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