Jüngling, sey mir gegrüsst! Über die Schöpfungen
Schwebst du tönenden Schwungs freudig und stolz
daher!
Deine Wange, wie glüht sie
In den Gluthen des Morgenroths!
Dein gelbringelndes Haar, deinen weitwallenden
Safranmantel, ihn schwellt, siehe! der Morgenwind,
Und entblättert die Rosen,
Die dir kränzen den hellen Schlaf.
Dir, Unsterblicher, dir feyert die junge Welt,
Dir der spiegelnde See, dir der entbrannte Wald,
Dir der sonnige Hügel,
Dir die perlenbesä'te Flur.
Dir, Unsterblicher, dir jubelt mein Saitenspiel.
Innig liebt dich mein Herz. Weckt nicht dein leiser
Kuss
Mich aus lähmendem Schlummer
In des Daseyns Entzückungen?
Heil dir, Strahlender, Heil! Gürte, so oft du
kehrst,
Meine Hüfte mit Kraft. Stähle zu festem Trotz
Meine Schenkel. Erfülle
Meine Röhren mit Löwenmark.
Deine Jugend verwelkt nimmer. Die meinige
Welkt in Kurzem. Nicht lang, siehe, so suchest du
Mich vergebens im Felde,
Rufst vergebens dem Schlummerer.
Tief im Staub' ist mein Schlaf, niedrig mein grünend
Haus.
Thaue Thränen darauf, Holder, und röth' es sanft,
Bis dein himmlischer Bruder
Mich zum ewigen Tage weckt.