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1758–1818

Der Dorfkirchhof. Elegie.

Gotthard Ludwig Kosegarten

Zu Grabe sinkt der abgeschiedne Tag, Die Heerden wanken blökend übers Feld. Der müde Pflüger sucht sein friedlich Dach, Und räumt der Dunkelheit und mir die Welt.

Die Landschaft dämmert in dem Abendduft, Rings waltet Stille, die die Brust beklemmt. Nur summst der Käfer brausend durch die Luft. Nur pfeift der Junge, der die Pferde schwemmt.

Nur heult die Eul' im alternden Gestein Und klagt ihr Leid dem mitbewussten Mond, Wenn etwa Frevler den Bezirk entweihn, Den seit Jahrhunderten ihr Volk bewohnt.

Hier, wo die Ulme mit dem Tax sich paart, Wo grünbewachsen Sod' an Sode ragt, Hier ruhn des Dorfes Ahnen wohlverwahrt, Und keinem ward sein enges Haus versagt.

Der würzereichen Frühe frisches Kühl, Der Schwalbe Zwitschern, die den Gatten weckt, Des Hiefhorns Schall, des Tages froh Gewühl Weckt nicht die Schläfer, die der Rasen deckt.

Es flammt nicht mehr der traute Heerd für sie. Kein kosend Weib scheucht ihren Überdruss, Kein schmeichelnd Kind erklimmt ihr schaukelnd Knie, Und bettelt um ein Mährchen, einen Kuss.

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