Die noch gestern an Sophiens Busen,
Diesem stolzesten aller Sitze, prächtig blühend,
Aus bestäubten Kelchen der süssen Düfte
Fülle verströmtet,
Blümchen, wie bleich, wie schlaff und eingesunken,
Wie vergrünt und vertrauert hangt ihr heute
Mit gelähmtem Stengel, verschrumpften
Glocken,
Mir an dem Arme!
Blümchen, ihr welktet, und kein süsses Düften
Wird dem silbernen Kelch hinfort entschweben,
Kein vorüberwandelndes Mägdlein wird euch,
Freundliche, pflücken.
Blümchen, ihr welkt, und keines Mägdleins Busen
Wird euch heben hinfort mit schwerem Seufzen,
Noch der seufzersteigenden Brust ein trunkner
Jüngling euch rauben.
Klage, Sophie, um des jungen Lenzen
Früherblühete, frühgewelkte Kinder.
Klag' um sie, um jeglicher Erdenschöne
Flüchtigen Schimmer.
Blumen verwelken. Und der Herbststurm störet
Ab die Blätter. Und Jugendblüthen knicket
Frost des Alters. Alles vergeht — Sophie,
Ach, auch die Treue?