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1758–1818

Der Aurikelnstrauss.

Gotthard Ludwig Kosegarten

Die noch gestern an Sophiens Busen, Diesem stolzesten aller Sitze, prächtig blühend, Aus bestäubten Kelchen der süssen Düfte Fülle verströmtet,

Blümchen, wie bleich, wie schlaff und eingesunken, Wie vergrünt und vertrauert hangt ihr heute Mit gelähmtem Stengel, verschrumpften Glocken,

Mir an dem Arme! Blümchen, ihr welktet, und kein süsses Düften Wird dem silbernen Kelch hinfort entschweben, Kein vorüberwandelndes Mägdlein wird euch,

Freundliche, pflücken. Blümchen, ihr welkt, und keines Mägdleins Busen Wird euch heben hinfort mit schwerem Seufzen, Noch der seufzersteigenden Brust ein trunkner

Jüngling euch rauben. Klage, Sophie, um des jungen Lenzen Früherblühete, frühgewelkte Kinder. Klag' um sie, um jeglicher Erdenschöne

Flüchtigen Schimmer. Blumen verwelken. Und der Herbststurm störet Ab die Blätter. Und Jugendblüthen knicket Frost des Alters. Alles vergeht — Sophie,

Ach, auch die Treue?

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