Wehmuth, die mich hüllt,
Welche Gottheit stillt
Mein unendlich Sehnen?
Die ihr meine Wimper nässt,
Namenlosen Gram entpresst,
Fliesset, fliesset Thränen!
Mond, der lieb und traut
In mein Fenster schaut,
Sage, was mir fehle?
Sterne, die ihr droben blinkt,
Holden Gruss mir freundlich winkt,
Nennt mir, was mich quäle.
Leise Schauer wehn,
Süsses Liebeflehn
Girrt um mich im Düstern.
Rosen und Violenduft
Würzen rings die Zauberluft.
Holde Stimmen flüstern.
In die Ferne strebt,
Wie auf Flügeln schwebt
Mein erhöhtes Wesen.
Fremder Zug, geheime Kraft,
Namenlose Leidenschaft,
Lass, ach lass genesen!
Ängstender beklemmt
Mich die Wehmuth, hemmt
Athem mir und Rede.
Einsam schmachten, o der Pein!
O des Grams, allein zu seyn
In des Lebens Öde.
Ist denn ach kein Arm,
Der in Freud' und Harm
Liebend mich umschlösse?
Ist denn ach kein fühlend Herz,
Keines, drinn in Lust und Schmerz
Meines sich ergösse?
Die ihr einsam klagt,
Einsam, wenn es tagt,
Einsam wenn es nachtet,
Ungetröstet ach verächzt
Ihr das holde Daseyn, lechzt,
Schmachtet und verschmachtet.