Der Abend blüht!
Der Westen glüht!
Wo bist du, holdes Licht, entglommen?
Aus welchem Stern herabgeschwommen?
Ein lichter Brand
Flammt See und Land.
Es lodern in dem rothen Scheine
Die Fluren rings, und rings die Hayne.
Wie sieht so hehr
Das düstre Meer!
Die Welle tanzt des Glanzes trunken,
Und sprüht lusttaumelnd Feuerfunken.
Es mahlt der Strahl
Das liebe Thal,
Das sie bewohnt, der Holden Holde
Mit Rosengluth und mattem Golde.
Geuss Hesperus
Mit leisem Gruss
Auf sie den Inhalt meiner Lieder,
Die schönsten deiner Rosen nieder.
Viel schöner blüht,
Viel wärmer glüht
Die blasse Rose ihrer Wangen,
Und weckt inbrünstiges Verlangen.
Von ihr Ein Blick,
Ein trauter Nick
Durchzuckt elektrisch Mark und Leben,
Und macht den feinsten Nerv erbeben.
Drum, Hesperus,
Beut Gruss und Kuss
Der Herrlichen, der Tadellosen,
Und opfr' ihr deine schönsten Rosen.
Bewunderung
Und Huldigung
Heischt nur
Weil Huld und Heiligkeit es hebet.