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1758–1818

Candore et Odore.

Gotthard Ludwig Kosegarten

Siehst du der Lilie weisses Kleid Aus dunkler Ferne winken? Ihr Licht besiegt die Dunkelheit, Wie Lunens Silberblinken.

O Blume, die in Eden spross, In Eden sich zuerst erschloss, Dich trübet keine Makel. Die ihr der Giglio's Blume führt

In Wappen und Panieren; Begnügt euch nicht, was jene ziert, In Schild und Ring zu führen. Der Giglio's Sinn ist lilienklar

Und lilienrein! Seyd treu und wahr Auch ihr in Red' und Thaten. Spürst du der Lilie Ambraduft Von dort herüberschweben?

Spürst rings um dich in lauer Luft Die Wohlgerüche weben? O Blume, die das Aug' entzückt, O Blume, die das Herz erquickt,

O Blume, sey gepriesen! Der Giglio's Söhne, offenbart Der Giglio's Seelenadel! Der Giglio's Töchter, ach bewahrt

Der Giglio s Ruf vor Tadel! Lasst eurer Tugend süssen Duft, Des Vaterlands, des Auslands Luft Bis an die Sterne würzen!

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