Siehst du der Lilie weisses Kleid
Aus dunkler Ferne winken?
Ihr Licht besiegt die Dunkelheit,
Wie Lunens Silberblinken.
O Blume, die in Eden spross,
In Eden sich zuerst erschloss,
Dich trübet keine Makel.
Die ihr der Giglio's Blume führt
In Wappen und Panieren;
Begnügt euch nicht, was jene ziert,
In Schild und Ring zu führen.
Der Giglio's Sinn ist lilienklar
Und lilienrein! Seyd treu und wahr
Auch ihr in Red' und Thaten.
Spürst du der Lilie Ambraduft
Von dort herüberschweben?
Spürst rings um dich in lauer Luft
Die Wohlgerüche weben?
O Blume, die das Aug' entzückt,
O Blume, die das Herz erquickt,
O Blume, sey gepriesen!
Der Giglio's Söhne, offenbart
Der Giglio's Seelenadel!
Der Giglio's Töchter, ach bewahrt
Der Giglio s Ruf vor Tadel!
Lasst eurer Tugend süssen Duft,
Des Vaterlands, des Auslands Luft
Bis an die Sterne würzen!