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1788

An Rosa

Gotthard Ludwig Kosegarten

Rosa, denkst du an mich? Innig gedenk' ich dein. Durch den grünlichen Wald schimmert das Abendroth. Auf den Wipfeln der Tannen Rinnt das Säuseln des Ewigen.

Rosa, wärst du bei mir, säh' ich das Abendroth Deine Wange beglühn, sähe den Abendhauch Deine Locken durchrieseln – Edle Seele, so wär' mir wohl!

Lieber lehn' ich an dir, als an der Einsamkeit Trautem Busen. Mir klingt süßer der Flötenton Deiner klagenden Stimme, Als das Säuseln im Tannenhain.

Oft umfingst du mich, meine Holdselige, Mit vertraulichem Arm, wenn ich an deiner Brust Melancholischen Frieden Schwärmens müde mich rettete.

Jedes leisere Weh, jedes verschwiegne Ach, Das den Busen mir preßt, haucht' ich dir öfter aus, Schöpfte freieren Odem, Klomm heroischer felsenan.

Nie soll darum ein Freund meiner holdseligen Rosa ermangeln, und nie Mild'rung ihrem Gram! Nie sey trostlos ihr Leiden! Ihre Urne nie blumenleer!

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